SPIEGEL: Gröhe will Boni für Chefärzte beschränken

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will die Regeln zur Begrenzung von Chefarztboni verschärfen. Dadurch möchte er verhindern, dass Bonuszahlungen einen Anreiz bieten, den Klinikertrag durch zusätzliche Operationen zu steigern, berichtet der „Spiegel“.

 

So sollen alle Zielvereinbarungen ausgeschlossen werden, „welche die Unabhängigkeit der medizinischen Entscheidungen beeinflussen“, heißt es im Entwurf zum neuen Klinikreformgesetz. (Quelle hier)

Wow! Da haute es mich fast vom Drehstuhl! Es gibt tatsächlich Boni für Chefärzte. Wann kommen Boni für Bestattungen, für Pfarrer, die Altenpfleger-Schnellwindel- und Wischservice-Bonifikation oder eine Hartz4-Ablehnungs-Prämie für nicht stattgegebene Anträge bei gleichzeitiger Enteignung der Altersvorsorge? Mal ehrlich, wer fühlt sich wohl, wenn er (vor allem vielleicht noch als privat Krankenversicherter mit Einschluss „Chefarztbehandlung“) weiß, dass Ärzte eine Bonifikation für wirtschaftlichen Erfolg erhalten. Eine Prämie für „medizinischen Erfolg“ und Kompetenz im Sinne der Heilung des Patienten wäre ja nicht unbedingt wirtschaftlich.

Ich weiß aus eigener langjähriger Vertriebserfahrung bei einer großen deutschen Versicherungs-AG, wie man bei Bonifikationen genötigt wird, die Leute zu bescheißen: „Ihnen fehlen nur noch 5 Riester, 2 Basisrenten, 70 000 Fondsanlage und 5 Umstellungen auf den neuen Tarif der Leitungswasserversicherung, dann gibt`s 12 000 Euro und eine Reise nach Nizza extra obendrauf!“ – „Der neue Tarif ist aber für die Kunden, die noch in Frage kommen, von Nachteil, weil die ableitenden Rohre außerhalb des Grundstücks ausgeschlossen werden – das kann im Schadensfall teuer werden!“ – „Ja und,glauben Sie, das merkt einer? Die Kunden kennen doch nicht ihre Vertragsbedingungen auswendig“

Man stelle sich Ähnliches bei einer Klinik vor: „Dr Jansen, eine Herzoperation fehlt noch für dieses Quartal, damit wir unsere Bonifikation erhalten“ – „Wir haben aber momentan keinen Herzpatienten, der operiert werden muss“- „Dann verpassen Sie eben Herrn Radtke einen Bypass. Der ist 82 und hat keine Verwandten. Meinen Sie, das merkt einer?“

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